„Erstelle deine Website in einer Stunde" – so klingt die Werbung von Wix, Jimdo und Co. Die Realität in vielen Betrieben klingt anders: „Website-Baukasten hab ich probiert, aber nie fertig gemacht." Beides hat seinen wahren Kern.
Deshalb hier der ehrliche Vergleich WordPress oder Baukasten – ohne Glaubenskrieg, dafür mit den Kriterien, die für einen kleinen Betrieb wirklich zählen: Kosten, Zeit, Sichtbarkeit bei Google und die Frage, was nach dem Start passiert.
Die kurze Antwort
Ein Homepage-Baukasten passt, wenn du eine einfache digitale Visitenkarte brauchst, gern selbst bastelst und deine Kunden ohnehin über Empfehlung kommen. WordPress – oder eine individuell gebaute Seite – passt, wenn die Website Kunden bringen soll: mehr Gestaltungsfreiheit, bessere Chancen bei Google und keine dauerhafte Bindung an einen Baukasten-Anbieter.
Und weil es die wichtigere Wahrheit ist: Das Werkzeug entscheidet weniger als die Umsetzung. Eine schlecht gemachte WordPress-Seite verliert gegen einen gut gemachten Baukasten – und umgekehrt.
Homepage-Baukasten: Stärken und Haken
Was Wix, Jimdo & Co. gut können
Der Einstieg ist niedrigschwellig: fertige Vorlagen, Hosting inklusive, keine Technik nötig. Für 10 bis 40 € im Monat bekommst du alles aus einer Hand und kannst sofort loslegen. Für ein Hobby-Projekt oder eine reine Visitenkarte ist das völlig in Ordnung.
Die drei Haken
- Die Seite wird nie fertig. „In einer Stunde zur Website" gilt für die Vorlage – nicht für Texte, Bilder, Struktur und Rechtstexte. Genau dort bleiben die meisten Feierabend-Projekte liegen.
- Sichtbarkeit bleibt Zufall. Die Vorlagen sind auf Hübsch gebaut, nicht auf Gefunden-werden. Wer bei Google in seiner Stadt vorne stehen will, muss wissen, an welchen Schrauben er dreht – und die stecken beim Baukasten oft tief in den Einstellungen oder fehlen ganz.
- Der Umzug ist ein Neubau. Deine Seite lebt im System des Anbieters. Kündigst du, nimmst du Texte und Bilder mit – die Website selbst nicht. Die Monatsgebühr läuft deshalb so lange, wie es die Seite gibt.
WordPress: Stärken und Haken
Was WordPress stark macht
WordPress betreibt einen großen Teil aller Websites weltweit – aus guten Gründen: Es ist frei erweiterbar, gehört keinem Anbieter und lässt sich gestalten, wie dein Betrieb es braucht. Terminbuchung, Blog, Mehrsprachigkeit: alles machbar, wenn es so weit ist. Und für die Sichtbarkeit bei Google stehen alle Türen offen – jede Stellschraube ist erreichbar.
Der Pflege-Haken
Die ehrliche Kehrseite: WordPress will gepflegt werden. Updates für System und Erweiterungen, Backups, Sicherheit – wer das ignoriert, hat irgendwann eine langsame oder gehackte Seite. Genau deshalb gehört zu jeder WordPress-Website ein Pflege-Plan: entweder du selbst, oder eine laufende WordPress-Wartung, die das im Hintergrund erledigt.
Der direkte Vergleich
| Kriterium | Baukasten (Wix, Jimdo …) | WordPress / individuell |
|---|---|---|
| Kosten | 10–40 € / Monat, dauerhaft | Einmalig bauen (lassen), Hosting ab ca. 5 € / Monat |
| Dein Zeitaufwand | Hoch – du machst alles selbst | Gering, wenn gebaut und betreut wird |
| Google-Sichtbarkeit | Begrenzte Stellschrauben | Alle Möglichkeiten offen |
| Design | Vorlagen, erkennbar ähnlich | Individuell für deinen Betrieb |
| Pflege | Macht der Anbieter (Technik) – Inhalte du | Braucht einen Plan oder eine Betreuung |
| Wechsel / Unabhängigkeit | Umzug = Neubau | System gehört keinem Anbieter |
Die Rechnung über drei Jahre
Der Baukasten wirkt günstiger, weil die Zahl kleiner ist. Rechnen wir es ehrlich durch – über einen Zeitraum, den jede Betriebs-Website locker erlebt:
- Baukasten: 20 € im Monat × 36 Monate = 720 €. Dazu deine Abende für Aufbau, Texte und jede Änderung – bei 30 Stunden und einem ehrlichen Unternehmerstundensatz die teuerste Position der ganzen Rechnung. Und die Seite gehört am Ende trotzdem dem Anbieter.
- Erstellen lassen mit Betreuung: einmalig ab 600 €, dazu Betreuung ab 49 € im Monat = nach drei Jahren rund 2.360 €. Dafür: null eigene Abende, professionelle Texte, lokale Auffindbarkeit und jemand, der sich kümmert.
Der Unterschied liegt also nicht bei „10 € gegen tausende" – sondern bei der Frage, ob deine Zeit mitgerechnet wird und ob die Seite Anfragen bringt. Eine einzige gewonnene Kundenanfrage im Monat dreht diese Rechnung komplett.
Drei Fragen, die die Entscheidung leicht machen
- Soll die Seite Kunden bringen oder nur da sein? Nur da sein → Baukasten reicht. Kunden bringen → professionell bauen lassen.
- Hast du wirklich Zeit dafür? Nicht nur für den Aufbau – auch für Texte, Updates und jede Änderung in den nächsten Jahren.
- Willst du die Seite je woanders hinnehmen? Wenn ja, bau nicht in einem System, das du nicht verlassen kannst.
Unser Fazit: erst das Ziel, dann das Werkzeug
Stell dir nicht zuerst die Systemfrage, sondern die Zielfrage: Soll die Website nur da sein – oder soll sie gefunden werden und Anfragen bringen? Im ersten Fall darfst du guten Gewissens basteln. Im zweiten Fall führt der Weg fast immer zu einer professionell gebauten Seite mit laufender Pflege – wie so ein Projekt abläuft, liest du im Ratgeber Website erstellen lassen.
Und falls du es genau wissen willst: Wir sind auf kein Tool festgelegt. WordPress, schlanker One-Pager oder individuell gebaut – wir wählen, was zu deinem Betrieb passt. Hauptsache, die Seite arbeitet für dich.
