Ratgeber · Vergleich

WordPress oder Baukasten: Was passt zu deinem Betrieb?

Von Oliver Ködderitzsch · 19. Juli 2026 · 7 Minuten Lesezeit

„Erstelle deine Website in einer Stunde" – so klingt die Werbung von Wix, Jimdo und Co. Die Realität in vielen Betrieben klingt anders: „Website-Baukasten hab ich probiert, aber nie fertig gemacht." Beides hat seinen wahren Kern.

Deshalb hier der ehrliche Vergleich WordPress oder Baukasten – ohne Glaubenskrieg, dafür mit den Kriterien, die für einen kleinen Betrieb wirklich zählen: Kosten, Zeit, Sichtbarkeit bei Google und die Frage, was nach dem Start passiert.

Die kurze Antwort

Ein Homepage-Baukasten passt, wenn du eine einfache digitale Visitenkarte brauchst, gern selbst bastelst und deine Kunden ohnehin über Empfehlung kommen. WordPress – oder eine individuell gebaute Seite – passt, wenn die Website Kunden bringen soll: mehr Gestaltungsfreiheit, bessere Chancen bei Google und keine dauerhafte Bindung an einen Baukasten-Anbieter.

Und weil es die wichtigere Wahrheit ist: Das Werkzeug entscheidet weniger als die Umsetzung. Eine schlecht gemachte WordPress-Seite verliert gegen einen gut gemachten Baukasten – und umgekehrt.

Homepage-Baukasten: Stärken und Haken

Was Wix, Jimdo & Co. gut können

Der Einstieg ist niedrigschwellig: fertige Vorlagen, Hosting inklusive, keine Technik nötig. Für 10 bis 40 € im Monat bekommst du alles aus einer Hand und kannst sofort loslegen. Für ein Hobby-Projekt oder eine reine Visitenkarte ist das völlig in Ordnung.

Die drei Haken

  • Die Seite wird nie fertig. „In einer Stunde zur Website" gilt für die Vorlage – nicht für Texte, Bilder, Struktur und Rechtstexte. Genau dort bleiben die meisten Feierabend-Projekte liegen.
  • Sichtbarkeit bleibt Zufall. Die Vorlagen sind auf Hübsch gebaut, nicht auf Gefunden-werden. Wer bei Google in seiner Stadt vorne stehen will, muss wissen, an welchen Schrauben er dreht – und die stecken beim Baukasten oft tief in den Einstellungen oder fehlen ganz.
  • Der Umzug ist ein Neubau. Deine Seite lebt im System des Anbieters. Kündigst du, nimmst du Texte und Bilder mit – die Website selbst nicht. Die Monatsgebühr läuft deshalb so lange, wie es die Seite gibt.

WordPress: Stärken und Haken

Was WordPress stark macht

WordPress betreibt einen großen Teil aller Websites weltweit – aus guten Gründen: Es ist frei erweiterbar, gehört keinem Anbieter und lässt sich gestalten, wie dein Betrieb es braucht. Terminbuchung, Blog, Mehrsprachigkeit: alles machbar, wenn es so weit ist. Und für die Sichtbarkeit bei Google stehen alle Türen offen – jede Stellschraube ist erreichbar.

Der Pflege-Haken

Die ehrliche Kehrseite: WordPress will gepflegt werden. Updates für System und Erweiterungen, Backups, Sicherheit – wer das ignoriert, hat irgendwann eine langsame oder gehackte Seite. Genau deshalb gehört zu jeder WordPress-Website ein Pflege-Plan: entweder du selbst, oder eine laufende WordPress-Wartung, die das im Hintergrund erledigt.

Der direkte Vergleich

KriteriumBaukasten (Wix, Jimdo …)WordPress / individuell
Kosten10–40 € / Monat, dauerhaftEinmalig bauen (lassen), Hosting ab ca. 5 € / Monat
Dein ZeitaufwandHoch – du machst alles selbstGering, wenn gebaut und betreut wird
Google-SichtbarkeitBegrenzte StellschraubenAlle Möglichkeiten offen
DesignVorlagen, erkennbar ähnlichIndividuell für deinen Betrieb
PflegeMacht der Anbieter (Technik) – Inhalte duBraucht einen Plan oder eine Betreuung
Wechsel / UnabhängigkeitUmzug = NeubauSystem gehört keinem Anbieter

Die Rechnung über drei Jahre

Der Baukasten wirkt günstiger, weil die Zahl kleiner ist. Rechnen wir es ehrlich durch – über einen Zeitraum, den jede Betriebs-Website locker erlebt:

  • Baukasten: 20 € im Monat × 36 Monate = 720 €. Dazu deine Abende für Aufbau, Texte und jede Änderung – bei 30 Stunden und einem ehrlichen Unternehmerstundensatz die teuerste Position der ganzen Rechnung. Und die Seite gehört am Ende trotzdem dem Anbieter.
  • Erstellen lassen mit Betreuung: einmalig ab 600 €, dazu Betreuung ab 49 € im Monat = nach drei Jahren rund 2.360 €. Dafür: null eigene Abende, professionelle Texte, lokale Auffindbarkeit und jemand, der sich kümmert.

Der Unterschied liegt also nicht bei „10 € gegen tausende" – sondern bei der Frage, ob deine Zeit mitgerechnet wird und ob die Seite Anfragen bringt. Eine einzige gewonnene Kundenanfrage im Monat dreht diese Rechnung komplett.

Drei Fragen, die die Entscheidung leicht machen

  1. Soll die Seite Kunden bringen oder nur da sein? Nur da sein → Baukasten reicht. Kunden bringen → professionell bauen lassen.
  2. Hast du wirklich Zeit dafür? Nicht nur für den Aufbau – auch für Texte, Updates und jede Änderung in den nächsten Jahren.
  3. Willst du die Seite je woanders hinnehmen? Wenn ja, bau nicht in einem System, das du nicht verlassen kannst.

Unser Fazit: erst das Ziel, dann das Werkzeug

Stell dir nicht zuerst die Systemfrage, sondern die Zielfrage: Soll die Website nur da sein – oder soll sie gefunden werden und Anfragen bringen? Im ersten Fall darfst du guten Gewissens basteln. Im zweiten Fall führt der Weg fast immer zu einer professionell gebauten Seite mit laufender Pflege – wie so ein Projekt abläuft, liest du im Ratgeber Website erstellen lassen.

Und falls du es genau wissen willst: Wir sind auf kein Tool festgelegt. WordPress, schlanker One-Pager oder individuell gebaut – wir wählen, was zu deinem Betrieb passt. Hauptsache, die Seite arbeitet für dich.

Häufige Fragen

Kurz erklärt, ohne Fachchinesisch

Ist ein Baukasten schlechter für Google?

Nicht automatisch – aber in der Praxis meist ja. Baukasten-Seiten sind oft langsamer, und die wichtigsten Stellschrauben für lokale Sichtbarkeit bleiben ungenutzt, weil sie Fachwissen brauchen. Entscheidend ist weniger das Werkzeug als die Frage, ob jemand die Seite gezielt auf Auffindbarkeit baut.

Was kostet WordPress im Vergleich zum Baukasten?

Der Baukasten kostet dauerhaft 10 bis 40 € im Monat plus deine Zeit. WordPress selbst ist kostenlos, dafür zahlst du Hosting (ab ca. 5 € im Monat) und einmalig den Aufbau, wenn du ihn machen lässt – bei uns ab 600 €. Auf drei Jahre gerechnet liegen beide Wege oft näher beieinander, als die Werbung verspricht.

Kann ich später vom Baukasten zu WordPress wechseln?

Ja, aber es ist ein Neubau, kein Umzug: Design und Inhalte lassen sich nicht einfach mitnehmen, nur Texte und Bilder. Deshalb lohnt es sich, die Systemfrage vor dem Start zu klären – nicht danach.

Mit welchem System baut WP-OK?

Wir sind bewusst auf kein Tool festgelegt: WordPress, schlanke One-Page-Systeme oder individuell gebaut – wir wählen, was zu deinem Betrieb passt. Du bezahlst für ein Ergebnis, das gefunden wird und Anfragen bringt, nicht für ein bestimmtes System.

Oliver Ködderitzsch, Gründer von WP-OK

Oliver Ködderitzsch

Webdesign & SEO vom Niederrhein

Gelernter Fachinformatiker, baut Websites seit über 25 Jahren. Mit WP-OK sorgt er dafür, dass Betriebe am Niederrhein gefunden werden und Anfragen bekommen – und kümmert sich danach weiter. Schreib ihm per WhatsApp.

Wissen, wo deine Website steht?

Schick uns deine aktuelle Seite oder deine Idee. Du bekommst eine ehrliche Video-Analyse: was gut ist, was dich Anfragen kostet und was du konkret tun kannst. Unverbindlich.

Kostenloser Website-Check