Eine WordPress-Website ist kein Möbelstück, das man einmal hinstellt. Sie ist eher wie ein Auto: Sie läuft, aber sie muss regelmäßig gewartet werden. Sonst fährt sie weiter und weiter, bis sie es irgendwann nicht mehr tut.
Und wie beim Auto kündigt sich das vorher an. Im Auto geht eine Lampe im Armaturenbrett an. Bei WordPress steht die Meldung „Neues Update verfügbar" in der Verwaltung deiner Website, manchmal kommt zusätzlich eine Mail. Der Unterschied ist nur: Die Lampe im Auto siehst du bei jeder Fahrt. In die Verwaltung deiner Website schaut oft monatelang niemand.
Wir erklären dir, was auf einer ungepflegten Seite tatsächlich passiert, was Wartung konkret umfasst, was sie kostet und woran du einen schlechten Vertrag erkennst. Dazu zwei Fälle vom Niederrhein, die wir selbst erlebt haben.
Die kurze Antwort
| Weg | Übliche Kosten | Für wen |
|---|---|---|
| Selbst machen | 0 €, dafür 1–2 Stunden im Monat | Wer sich auskennt und Zeit hat |
| Agentur, auf Zuruf | 80–150 € pro Stunde, im Ernstfall | Niemanden, ehrlich gesagt |
| Wartungsvertrag am Markt | 30–150 € pro Monat, Pakete bis 500 € | Der Standard bei Betrieben |
| WP-OK | ab 49 € pro Monat | Betriebe, die einen Ansprechpartner wollen |
Der teuerste Weg ist die zweite Zeile. Wer erst anruft, wenn die Seite schon weg ist, zahlt den Stundensatz für die Rettung statt den Monatsbeitrag für die Vorsorge. Und manchmal ist auch für Geld nichts mehr zu retten.
Nach oben ist die Spanne offen: Es gibt Pakete für 300 oder 500 € im Monat. Die sind nicht automatisch überteuert, sie enthalten meist mehr als Technik, etwa laufende Inhalte oder Optimierung. Entscheidend ist nicht der Betrag, sondern ob im Vertrag steht, was dafür passiert.
Was in zwölf Monaten ohne Pflege passiert
Nichts davon passiert am ersten Tag. Das ist genau das Problem: Der Verfall ist leise.
- Monat 1 bis 3. WordPress, das Design und die Plugins bekommen Updates, die niemand einspielt. Sichtbar ändert sich nichts.
- Monat 4 bis 6. Erste Funktionen arbeiten nicht mehr sauber. Der Klassiker ist das Kontaktformular, das die Bestätigung anzeigt, die Mail aber nie verschickt. Das merkst du nicht an einer Fehlermeldung, sondern daran, dass keine Anfragen mehr kommen.
- Monat 7 bis 12. Die Seite wird langsamer, weil alles auf einer veralteten Basis läuft. Irgendwann schaltet der Hoster diese Basis ab, und dann steht die Seite still.
Der Unterschied zwischen „gehackt" und „kaputt"
Beim Thema Wartung wird gern mit Hackern argumentiert. Das kommt vor, ist aber nicht der häufigste Fall. Der häufigste Fall ist banaler: Die Seite geht einfach kaputt, ohne dass jemand etwas Böses getan hat.
Ein Beispiel aus unserer Praxis, anonymisiert. Ein Betrieb hatte seine Seite jahrelang nicht angefasst, dann ein Plugin aktualisiert. Danach war die Website weg, nur noch eine weiße Seite. Als wir uns das angesehen haben, lag es gar nicht am Plugin selbst.
Die Ursache war die PHP-Version. PHP ist die Programmiersprache, in der WordPress geschrieben ist, ungefähr das Betriebssystem deiner Website. Läuft dort eine alte Fassung, versteht sie neue Plugins nicht mehr. Das Update war also nicht der Fehler, sondern nur der Moment, in dem ein jahrelang aufgeschobenes Problem sichtbar wurde.
Diese Art Ausfall ist mit Wartung praktisch ausgeschlossen, weil die Grundlage regelmäßig mitgezogen wird und vor jedem Update eine Sicherung existiert.
Der teuerste Fall: Wenn niemand mehr weiß, wo die Seite liegt
Bei Kaiser Sicherheitstechnik in Neuss war die Website von einem Tag auf den anderen nicht mehr erreichbar. Bei der Suche nach der Ursache stellte sich heraus: Die WordPress-Installation existierte gar nicht mehr, der Server war abgeschaltet. Und der frühere Webdesigner war ebenfalls nicht mehr zu erreichen.
Damit war nicht nur die Seite weg, sondern auch das Wissen darüber, wo sie überhaupt lag. Keine Zugangsdaten, keine Sicherung, kein Ansprechpartner. Es gab nichts wiederherzustellen. Die Seite musste komplett neu gebaut werden. Ein Sicherheitsbetrieb war in dieser Zeit im Netz unsichtbar, genau dann, wenn Kunden nach seiner Leistung suchen.
Die Geschichte ist gut ausgegangen, der Betrieb steht heute wieder auf Platz 2 in Neuss. Aber regelmäßige Wartung ist günstiger als ein Neuaufbau. Und die Monate ohne Sichtbarkeit bekommt man ohnehin nicht zurück.
Was Wartung konkret umfasst
„Wartung" klingt vage. Konkret sind es vier Dinge, und du solltest sie in jedem Angebot wiederfinden:
- Updates. WordPress selbst, das Design und alle Plugins, regelmäßig und mit einem Blick auf die Seite danach. Ein Update, das niemand nachprüft, ist nur ein halbes Update.
- Sicherungen. Eine automatische Kopie der kompletten Seite, außerhalb des Servers gelagert. Eine Sicherung, die auf demselben Server liegt wie die Website, hilft genau dann nicht, wenn du sie brauchst.
- Sicherheit. Schutz vor automatisierten Angriffen und ein Blick auf Plugins, die vom Hersteller nicht mehr gepflegt werden.
- Erreichbarkeit. Eine Überwachung, die meldet, wenn die Seite nicht antwortet. Damit du es von uns erfährst und nicht von einem Kunden.
Was darüber hinausgeht, ist Betreuung: ein fester Ansprechpartner für kleine Änderungen und jemand, der sich meldet, bevor etwas auffällt.
Was Wartung bei WP-OK kostet
Drei Pakete, monatlich kündbar nach zwölf Monaten Laufzeit:
- Basic, 49 € im Monat. Updates, tägliche Sicherungen, Sicherheit und Antwort auf deine Anfragen innerhalb von 48 Stunden.
- Smart, 97 € im Monat. Alles aus Basic, dazu monatliche SEO-Pflege, damit die Seite nicht nur läuft, sondern auch gefunden wird.
- Advanced, 197 € im Monat. Alles aus Smart, dazu jeden Monat ein Blogartikel.
Alle Details stehen auf der Seite zur WordPress-Wartung. Wenn du deine Website bei uns bauen lässt, ist die Betreuung im Monatsbeitrag ohnehin enthalten.
Woran du einen schlechten Wartungsvertrag erkennst
- Es steht nicht drin, was gemacht wird. „Laufende Betreuung" ist keine Leistung, sondern eine Überschrift. Updates, Sicherungen, Sicherheit und Erreichbarkeit gehören einzeln benannt.
- Die Sicherung liegt auf demselben Server. Dann ist sie im Ernstfall mit weg.
- Du bekommst keine Zugangsdaten. Es ist deine Website. Dass du sie im Alltag nicht brauchst, ist in Ordnung. Dass du sie nicht bekommst, ist es nicht.
- Niemand meldet sich, solange nichts kaputt ist. Ein guter Vertrag ist der, bei dem du im Jahr ein paar kurze Nachrichten bekommst und sonst nichts merkst.
- Es gibt keinen Bericht. Du solltest nachlesen können, was im letzten Monat gemacht wurde, ohne danach zu fragen.
Was du heute in zehn Minuten selbst prüfen kannst
- Schick dir selbst eine Anfrage über dein Kontaktformular. Kommt sie an? Landet sie im Spam? Das ist der häufigste stille Ausfall überhaupt.
- Frag nach, wo deine Sicherung liegt und wann sie zuletzt erfolgreich lief. Wer das nicht in einem Satz beantworten kann, hat keine.
- Prüf, ob du an deine Zugangsdaten kommst. Nicht um sie zu benutzen, sondern um zu wissen, dass es sie gibt.
- Lass dir Tempo und Technik messen. Unser kostenloser SEO-Check zeigt dir in einer Minute, wo deine Seite steht.
Fazit
Wartung ist keine Versicherung gegen Hacker, sondern die Antwort auf eine banalere Frage: Wer schaut regelmäßig auf deine Seite, und wer ist erreichbar, wenn etwas ist? Bei Kaiser Sicherheitstechnik war die Antwort niemand. Regelmäßige Wartung ist günstiger als ein Neuaufbau oder der Ausfall einer Seite, die nicht mehr funktioniert.
Wenn du nicht weißt, wer sich um deine Seite kümmert, ist die Antwort mit hoher Wahrscheinlichkeit: niemand. Das lässt sich in zehn Minuten klären, und die Prüfung oben ist ein guter Anfang.
