Ratgeber · Branchen

Website für Handwerker: Das erwarten deine Kunden

Von Oliver Ködderitzsch · 20. August 2026 · 8 Minuten Lesezeit

Die Heizung ist aus. Es ist Dienstagabend, halb sieben. Der Kunde steht im Flur, das Handy in der Hand, und tippt „Heizung reparieren" plus seinen Ort. Er bekommt eine Handvoll Treffer, tippt auf den ersten, überfliegt ihn und tippt zurück. Dann den zweiten.

Irgendwann ruft er an. Bei dem Betrieb, bei dem er am schnellsten wusste, woran er ist. Nicht beim besten Handwerker, sondern bei dem, dessen Seite drei Fragen sofort beantwortet hat.

Genau darum geht es hier. Nicht darum, dass ein Handwerksbetrieb eine Website braucht, das ist inzwischen niemandem mehr neu. Sondern darum, was auf dieser Seite stehen muss, damit aus einem Besucher ein Anruf wird. Und woran es in der Praxis fast immer scheitert.

Die kurze Antwort

Was dein Kunde wissen willWas er dafür suchtWo es meistens scheitert
Machst du das?Die konkrete Arbeit, in seinen Worten„Meisterbetrieb seit 1987" statt „Heizung reparieren"
Kommst du zu mir?Deine Orte, ausgeschriebenSteht nirgends oder nur im Impressum
Wie erreiche ich dich jetzt?Eine Nummer, die man antippen kannKontaktformular nach viermal Scrollen

Drei Fragen, drei Antworten, alle drei ohne Scrollen sichtbar. Wenn deine Seite das schafft, ist der wichtigste Teil erledigt. Der Rest dieses Artikels erklärt, warum das schwerer ist, als es klingt.

Die drei Fragen, die in 30 Sekunden geklärt sein müssen

1. Machst du das überhaupt?

Die meisten Handwerker-Websites beschreiben den Betrieb. Der Kunde sucht aber keine Firma, er sucht eine Arbeit. „Sanitär, Heizung, Klima" ist die Kategorie aus dem Branchenbuch. In seinem Kopf steht „Heizung springt nicht an" oder „Bad umbauen".

Schreib die Arbeiten so auf, wie deine Kunden am Telefon danach fragen. Nicht „Elektroinstallation", sondern zusätzlich „Steckdosen nachrüsten", „Zählerschrank erneuern", „Wallbox anschließen". Das ist kein Marketing-Trick, sondern schlicht dieselbe Sprache. Und es ist derselbe Wortlaut, den die Leute bei Google eintippen.

Ein Nebeneffekt, der oft unterschätzt wird: Was du nicht machst, gehört auch dazu. Wer schreibt, dass er keine Kleinstreparaturen unter einer Stunde annimmt, spart sich die Anrufe, die ohnehin nichts werden. Das ist keine verlorene Anfrage, das ist ein gewonnener Nachmittag.

2. Kommst du zu mir raus?

Das ist die Frage, die auf den meisten Seiten unbeantwortet bleibt. Im Impressum steht eine Adresse, und der Kunde soll sich den Rest denken. Tut er aber nicht. Er ist unsicher, ob 20 Kilometer für dich noch in Ordnung sind, und ruft im Zweifel den an, bei dem sein Ort schwarz auf weiß dasteht.

Also schreib die Orte hin. Alle, in die du tatsächlich fährst, mit Namen. Wenn du in Viersen sitzt und bis Schwalmtal, Nettetal und Tönisvorst rausfährst, gehören diese Namen auf die Seite. Wenn du in einer Großstadt arbeitest, sind es die Stadtteile. Google liest das mit, und dein Kunde auch.

3. Wie erreiche ich dich jetzt sofort?

Wer mit einem akuten Problem sucht, will nicht schreiben. Er will anrufen. Deine Telefonnummer gehört deshalb nach ganz oben, und sie muss antippbar sein: ein Fingertipp, das Telefon wählt. Eine Nummer, die als Bild eingebaut ist oder die man von Hand abtippen muss, kostet dich Anrufe, jeden Tag, ohne dass du es je erfährst.

Und dann steht dort am besten noch, wann du drangehst. „Mo bis Fr 7 bis 17 Uhr, danach Rückruf am nächsten Morgen" ist eine bessere Antwort als gar keine. Sie nimmt dem Kunden die Unsicherheit, ob es sich lohnt, es überhaupt zu versuchen.

Warum Handwerker-Websites am Handy scheitern

Fast alle diese Seiten sehen am Computer ordentlich aus. Nur schaut da kaum jemand drauf.

Wie deutlich das ausfällt, sehen wir an unseren eigenen Projekten. Bei einer Praxis, die wir in Mönchengladbach neu gebaut haben, kamen über zwölf Monate 76 Prozent aller Besucher über das Handy. Drei von vier. Bei einem Handwerksbetrieb, den Leute mit einem akuten Problem suchen, ist der Anteil eher höher als niedriger.

Diese drei Fehler kosten am meisten, und alle drei fallen nur am Handy auf:

  • Die Nummer ist nicht antippbar. Am Computer egal, am Handy der Unterschied zwischen einem Anruf und einem Zurück-Tippen.
  • Der Kontakt steht ganz unten. Am großen Bildschirm sieht man ihn im Blick mit, am Handy sind das vier Wischer. So weit kommt kaum jemand.
  • Die Seite lädt langsam. Meist wegen unbearbeiteter Fotos direkt aus der Kamera. Am Computer im Büro fällt das nicht auf, im Mobilfunknetz vor der defekten Heizung schon.

Der Test dafür dauert zwei Minuten: Nimm dein eigenes Handy, geh aus dem WLAN raus und such deinen Betrieb bei Google. Alles, was du dann nicht sofort findest, findet dein Kunde auch nicht.

Referenzen statt Adjektive

„Zuverlässig, sauber, termintreu." Das schreibt jeder. Es ist deshalb nicht falsch, es ist nur wertlos, weil es keinen Betrieb von einem anderen unterscheidet. Der Kunde kann es außerdem nicht überprüfen.

Was er überprüfen kann, sind Bilder deiner Arbeit. Ein Bad, das du gefliest hast. Ein Zählerschrank vorher und nachher. Dein Fahrzeug vor einer Baustelle. Solche Fotos schlagen jedes gekaufte Bild, und zwar gerade weil sie nicht perfekt sind. Man sieht, dass es echt ist.

Für den Anfang reichen zehn Aufnahmen mit dem Handy: drei fertige Arbeiten, zwei vorher und nachher, das Fahrzeug, die Werkstatt, das Team. Dazu ein oder zwei Sätze, was die Aufgabe war und wie lange es gedauert hat. Mehr braucht es nicht.

Dasselbe gilt für Bewertungen. Vier Google-Bewertungen von echten Kunden aus deinem Ort wiegen schwerer als jede Selbstbeschreibung. Die meisten Betriebe haben so wenige davon aus einem einzigen Grund: Sie fragen nie danach.

Wie ein Handwerksbetrieb aus der Region wieder sichtbar wurde

Kaiser Sicherheitstechnik aus Neuss ist ein Meisterbetrieb für Alarmanlagen, Videoüberwachung, Einbruchschutz und Elektro. Von einem Tag auf den anderen war die Website weg: Die Installation gelöscht, der Server abgeschaltet, der frühere Webdesigner nicht mehr erreichbar. Es gab nichts wiederherzustellen, weil es keine Sicherung und keine Zugangsdaten mehr gab.

Wir haben neu gebaut, und zwar genau nach dem Muster oben: die Leistungen klar benannt, nicht die Firmengeschichte. Der Ort in den Text statt nur ins Impressum. Dazu das Google-Unternehmensprofil vollständig gemacht.

Heute steht der Betrieb auf Platz 2 für „Alarmanlagen Neuss" und für „Sicherheitstechnik Neuss", rankt für über ein halbes Dutzend lokaler Suchbegriffe auf Seite 1 und taucht bei praktisch allen Sicherheits-Suchen in Neuss unter den ersten drei Karteneinträgen auf. Die ganze Geschichte steht in der Case Study zur Sicherheitstechnik in Neuss.

Der Punkt daran ist nicht die Platzierung, sondern der Ausgangspunkt: Der Betrieb hat bei null angefangen, ohne alte Seite, ohne Verlauf bei Google. Wenn das geht, geht es auch bei einer Seite, die einfach nur seit acht Jahren niemand angefasst hat.

Die Orte und Gewerke so benennen, wie Kunden suchen

Wer „Elektriker" plus Ort sucht, tippt selten die offizielle Berufsbezeichnung. Er tippt das Problem. Deshalb lohnt sich eine einfache Übung: Schreib die zehn Sätze auf, mit denen Kunden bei dir anrufen. Das sind deine Suchbegriffe, wortwörtlich.

Daraus wird die Struktur deiner Seite. Bei einem kleinen Betrieb reicht dafür eine einzige, gut gebaute Seite mit klaren Abschnitten. Wer mehrere Gewerke anbietet oder in mehreren Orten arbeitet, fährt mit je einer eigenen Seite besser: eine für „Bad sanieren", eine für „Heizung", und wenn das Einzugsgebiet groß ist, eine je Ort. Wie so ein Projekt abläuft, steht Schritt für Schritt unter Website erstellen lassen.

Wichtig dabei: Eine Seite je Ort funktioniert nur, wenn sie auch etwas Eigenes erzählt. Fünf Seiten, auf denen nur der Ortsname ausgetauscht ist, bringen nichts, weil Google sie als dieselbe Seite behandelt. Wie lokale Sichtbarkeit tatsächlich entsteht, haben wir im Ratgeber Lokale SEO aufgeschrieben.

Notdienst, Termine, Rückruf: nur versprechen, was du hältst

Wenn du einen Notdienst anbietest, gehört er nach oben, mit Zeiten und mit dem, was er kostet. Ein Kunde um 22 Uhr ist nicht preissensibel, er ist unsicher. Eine klare Angabe nimmt ihm die Sorge, dass er hinterher überrascht wird.

Und wenn du keinen anbietest, schreib das genauso hin. „Kein Notdienst, Rückruf am nächsten Werktag bis 9 Uhr" ist eine gute Antwort. Sie kostet dich die Anrufe, die du sowieso nicht annehmen wolltest, und bringt dir die, bei denen die Erwartung von Anfang an passt.

Dasselbe bei Terminen. Wer online buchen lassen will, sollte es anbieten. Wer lieber selbst telefoniert, schreibt hin, dass er zurückruft, und bis wann. Das Schlimmste ist ein Kontaktformular, das aussieht, als bekäme man sofort eine Antwort, und aus dem drei Tage lang nichts passiert.

Was das kostet und wie lange es dauert

Für die meisten Handwerksbetriebe reicht eine gut gebaute Seite, die die drei Fragen von oben beantwortet. Bei uns startet die mit 490 € einmalig und 197 € im Monat und ist in sieben Tagen online. Enthalten sind alle Texte, die Recherche, welche Begriffe in deinem Ort tatsächlich gesucht werden, die lokale Auffindbarkeit sowie Hosting, Updates und die laufende Betreuung.

Wer mehrere Gewerke oder mehrere Orte abdecken will, braucht mehr Seiten. Das ist unser Paket Gefragt mit 1.490 € einmalig und 297 € im Monat, in vierzehn Tagen live, inklusive eingerichtetem Google-Unternehmensprofil. Was in welchem Paket steckt, steht bei Webdesign, alle Zahlen samt Kauf-Option auf der Preisseite.

Was du selbst beisteuern musst, ist überschaubar: die Eckdaten deines Betriebs und die Fotos. Die Texte schreiben wir. Erfahrungsgemäß ist genau das der Punkt, an dem Website-Projekte bei Handwerkern sonst monatelang liegen bleiben, weil abends nach der Baustelle niemand mehr Lust hat, Texte zu formulieren.

Checkliste: neun Punkte zum Abhaken

Nimm dein Handy, ruf deine eigene Seite auf und geh die Liste durch. Alles, was du mit Nein beantwortest, kostet dich gerade Anfragen.

  1. Steht deine Telefonnummer im ersten Bildschirm, ohne zu scrollen, und wählt sie beim Antippen?
  2. Stehen deine Orte auf der Seite, ausgeschrieben, und nicht nur im Impressum?
  3. Erkennt jemand in zehn Sekunden, welche Arbeiten du machst, ohne Fachbegriffe übersetzen zu müssen?
  4. Sind Fotos von deiner eigenen Arbeit drauf, statt gekaufter Bilder?
  5. Steht dabei, wann du erreichbar bist und wie schnell du zurückrufst?
  6. Lädt die Seite im Mobilfunknetz in ein, zwei Sekunden, auch ohne WLAN?
  7. Kommt eine Anfrage über dein Formular wirklich an? Schick dir selbst eine, das ist der häufigste stille Ausfall überhaupt.
  8. Ist dein Google-Unternehmensprofil vollständig, mit Leistungen, Zeiten und aktuellen Fotos?
  9. Erzählen Profil und Website dasselbe? Gleiche Adresse, gleiche Schreibweise des Firmennamens, gleiche Leistungen.

Fazit

Eine Handwerker-Website muss nicht schön sein, sie muss schnell beantworten. Machst du das, kommst du zu mir, wie erreiche ich dich. Wer diese drei Fragen im ersten Bildschirm klärt, schlägt eine aufwendigere Seite, die den Kunden erst suchen lässt.

Und das Handy entscheidet. Nicht der Computer im Büro, auf dem du deine Seite zuletzt gesehen hast, sondern der Bildschirm in der Hand von jemandem, dessen Heizung gerade aus ist.

Häufige Fragen

Kurz erklärt, ohne Fachchinesisch

Was muss auf die Website eines Handwerkers?

Drei Dinge, und zwar so weit oben, dass niemand dafür scrollen muss: welche Arbeiten du machst, in welchen Orten du arbeitest und wie man dich sofort erreicht. Alles andere kommt danach. Über uns, Zertifikate und die Firmengeschichte sind nicht falsch, sie beantworten nur keine der drei Fragen, die dein Kunde gerade hat.

Was kostet eine Website für einen Handwerksbetrieb?

Bei uns startet eine Website mit 490 € zum Start und 197 € im Monat, in sieben Tagen ist sie online. Darin sind alle Texte, die lokale Auffindbarkeit, Hosting, Updates und die laufende Betreuung enthalten. Wer eine eigene Seite je Gewerk oder je Ort will, ist bei 1.490 € zum Start und 297 € im Monat.

Reicht ein Google-Unternehmensprofil statt einer Website?

Für den ersten Kontakt oft ja, für die Entscheidung selten. Das Profil bringt dich in die Karte und zeigt Telefonnummer und Bewertungen. Wer dann wissen will, ob du seine konkrete Arbeit machst und ob du zu ihm rausfährst, klickt auf deine Website. Fehlt sie, endet die Prüfung dort. Beides zusammen wirkt, weil Google abgleicht, ob Profil und Website dieselbe Geschichte erzählen.

Brauche ich Fotos von meinen eigenen Baustellen?

Sie sind der günstigste Vertrauensbeweis, den du hast. Ein Handyfoto von deiner eigenen Arbeit überzeugt mehr als ein gekauftes Bild von einem lächelnden Modell mit Bohrmaschine. Für den Anfang reichen zehn ordentliche Aufnahmen: drei fertige Arbeiten, dein Fahrzeug, dein Team, die Werkstatt.

Wie lange dauert es, bis mich Kunden über die Seite finden?

Im Google-Unternehmensprofil und in der Karte siehst du oft nach vier bis acht Wochen Bewegung. Bei den normalen Suchergebnissen dauert es je nach Ort und Gewerk drei bis sechs Monate. Bei einem Sicherheitsbetrieb in Neuss, der komplett bei null anfing, standen die wichtigsten Suchen nach wenigen Monaten wieder auf Platz 2. Wer dir schnellere Ergebnisse garantiert, verspricht etwas, das er nicht halten kann.

Oliver Ködderitzsch, Gründer von WP-OK

Oliver Ködderitzsch

Webdesign & SEO vom Niederrhein

Gelernter Fachinformatiker, baut Websites seit über 25 Jahren. Mit WP-OK sorgt er dafür, dass Betriebe am Niederrhein gefunden werden und Anfragen bekommen – und kümmert sich danach weiter. Mehr über Oliver oder direkt per WhatsApp schreiben.

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